Das Schreiben einer Hausarbeit stellt viele Studierende vor Herausforderungen. Eine sinnvolle Strukturierung der Bearbeitung ist entscheidend, um den verfügbaren Zeitraum effizient zu nutzen und ein qualitativ hochwertiges Ergebnis abzuliefern. Die Bearbeitung einer Hausarbeit lässt sich in drei Phasen unterteilen: das Loslegen, das Schreiben und die Korrektur.
1. Phase: Loslegen (2 – 3 Tage)
Erfassen des Sachverhalts: In der ersten Phase geht es darum, den Sachverhalt genau zu erfassen. Dazu sollte der Sachverhalt von Anfang bis Ende sorgfältig gelesen werden, einschließlich der Fallfrage und eventueller Bearbeitervermerke. Ein hilfreicher Schritt ist es, den Sachverhalt abzutippen, da viele Übungsleiter erwarten, dass er mit der Bearbeitung abgegeben wird. Dies erleichtert zudem die intensive Auseinandersetzung mit dem Fall und sorgt dafür, dass die relevanten Informationen präsent bleiben.
Erstellung der Lösungsskizze: Nach dem Erfassen des Sachverhalts folgt die Erstellung einer Lösungsskizze. Dabei wird eine erste Gliederung entwickelt, die die zentralen Prüfungspunkte strukturiert. Während dieses Schrittes treten oft problematische Aspekte zutage, die entweder Standardprobleme oder Besonderheiten des Falles betreffen. Es ist ratsam, diese bereits vorläufig zu lösen und Argumente zu notieren. Falls Unsicherheiten bestehen, kann eine Reservelösung mit alternativen Argumenten festgehalten werden. In dieser Phase sollten keine Kopierorgien aus Spezialliteratur stattfinden, da die Schwerpunkte der Fallbearbeitung erst noch herausgearbeitet werden müssen. Erst nach der groben Strukturierung lohnt sich der Blick in Standardwerke, Lehrbücher oder Kommentare.
2. Phase: Schreiben (2 – 3 Wochen)
Schreiben der Hausarbeit: Die eigentliche Schreibphase nimmt mit zwei bis drei Wochen den größten Zeitraum in Anspruch. Die zuvor erstellte Lösungsskizze dient als Grundlage und wird nun mit Literatur angereichert. Besonders wichtig ist es, sich bei problematischen Aspekten intensiver mit der Fachliteratur auseinanderzusetzen. In der Regel ist es sinnvoll, sich zunächst an Standardwerken zu orientieren, die auf weiterführende Literatur verweisen. Wichtige Fundstellen sollten sofort als Stichpunkte mit vollständigen Angaben notiert werden, um sie später korrekt zu zitieren.
Während des Schreibens ist es wichtig, sich nicht in zu vielen offenen Baustellen zu verlieren. Es ist effizienter, Abschnitte vollständig auszuformulieren, statt Texte nur anzusetzen und später darauf zurückzukommen. Unproblematische Passagen sollten prägnant gehalten und mit wenigen Fußnoten versehen werden, während problematische Stellen ausführlicher begründet werden. Wer sich frühzeitig mit der richtigen Zitierweise auseinandersetzt, erspart sich spätere Korrekturen.
3. Phase: Korrektur (2 – 3 Tage)
Korrektur der Hausarbeit: Die letzte Phase dient der formellen Überarbeitung und sollte nicht unterschätzt werden. Hier geht es nicht um inhaltliche Änderungen, sondern um die Prüfung der Fußnoten, das Literaturverzeichnis, die Gliederung sowie Rechtschreibung und Kommasetzung. Bei den Fußnoten ist besonders darauf zu achten, dass sie vollständige und korrekte Fundstellen enthalten. Blindzitate, also Zitate ohne konkrete Fundstellen, sollten vermieden werden, da sie den Eindruck erwecken, dass der Bearbeiter sich nicht intensiv mit der Literatur auseinandergesetzt hat. Das Literaturverzeichnis muss exakt mit den in den Fußnoten verwendeten Quellen übereinstimmen.
Auch das Layout erfordert eine abschließende Kontrolle. Seitenzahlen müssen korrekt sein, Formatierungen sollten einheitlich wirken. Abschließend ist eine gründliche Prüfung der Rechtschreibung und Kommasetzung unerlässlich. Nach dieser Phase sollten keine weiteren Änderungen mehr vorgenommen werden, um nachträglich keine neuen Fehler einzubauen.
Typische Fehler vermeiden
Studierende machen häufig vermeidbare Fehler, die die Qualität ihrer Hausarbeit erheblich beeinträchtigen können. Ein häufiger Fehler ist das überhastete Sammeln von Spezialliteratur, bevor eine klare Struktur für die Bearbeitung erarbeitet wurde. Dies führt oft zu unnötigem Zeitverlust und kann dazu führen, dass an der eigentlichen Fallfrage vorbeirecherchiert wird. Ebenso problematisch ist das Hinterlassen zu vieler unvollendeter Abschnitte. Wer an mehreren Baustellen gleichzeitig arbeitet, riskiert, dass die Hausarbeit nie vollständig ausformuliert wird und Panik in den letzten Tagen entsteht.
Auch die Vernachlässigung der Formalia kann zu Punktabzügen führen. Fußnoten sollten parallel zum Schreiben gepflegt werden, um am Ende keine mühsame Nacharbeit leisten zu müssen. Schließlich ist das Umentscheiden in der Korrekturphase ein häufiger Fehler. Wer in letzter Minute eine andere Lösung bevorzugt, riskiert Inkonsistenzen in der Argumentation, die sich negativ auf die Bewertung auswirken können.
Fazit
Eine erfolgreiche Hausarbeit erfordert eine durchdachte Planung und konsequente Umsetzung. Die klare Trennung in die Phasen des Erfassen, Schreibens und Korrigierens hilft dabei, die Bearbeitungszeit optimal zu nutzen. Wer sich frühzeitig mit der richtigen Struktur auseinandersetzt und die Korrekturphase ernst nimmt, kann typische Fehler vermeiden und eine überzeugende Hausarbeit fristgerecht abgeben.