Kurzüberblick:
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Es gibt kostenfreie Kanzleiwohnung für Referendare (bei Verfügbarkeit) sowie die vollständige Verpflegung in der Kanzlei.
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Im Bereich Private Clients werden vermögende Privatpersonen und Familienunternehmen umfassend im Erb-, Familien-, Gesellschafts- und Steuerrecht beraten, insbesondere im Hinblick auf die strukturierte und steueroptimierte Vermögensübertragung.
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Die Station ist klassisch großkanzleitypisch ausgestaltet: Schwerpunkt sind Recherchearbeiten, die Erstellung von Vermerken sowie die Bearbeitung gesellschafts-, steuer- und vertragsrechtlicher Fragestellungen.
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Bewertung: 4,0 Sterne
Erfahrungsbericht: Der folgende Erfahrungsbericht basiert auf den persönlichen Erfahrungen aus einer absolvierten Wahlstation in der Rechtsabteilung von Bosch an den Standorten Stuttgart und Gerlingen. Die Darstellung spiegelt individuelle Eindrücke aus dieser Zeit wider.
Wie bist du auf die Station aufmerksam geworden?
Ich bin über die Unternehmenswebsite auf die Wahlstation aufmerksam geworden. Zusätzlich wurde mir die Station im Austausch mit anderen Referendarinnen und Referendaren empfohlen.
Welche konkreten Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche umfasst diese Station?
Der Bereich Private Clients fokussiert sich auf die umfassende Beratung vermögender Privatpersonen sowie familiengeführter Unternehmen. Inhaltlich stehen dabei insbesondere erbrechtliche, familienrechtliche, gesellschaftsrechtliche und steuerrechtliche Fragestellungen im Vordergrund.
Zentral ist die strategische Strukturierung der Vermögensnachfolge. Ziel ist es, Vermögensübertragungen rechtssicher, generationenübergreifend und steuerlich optimiert zu gestalten. Im steuerrechtlichen Kontext liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der liquiditätsschonenden Ausgestaltung von Schenkungs- und Erbschaftsteuer.
Die Mandatsarbeit ist regelmäßig interdisziplinär angelegt. Das Team deckt sämtliche relevanten Rechtsgebiete ganzheitlich ab und entwickelt maßgeschneiderte Lösungen, die sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Aspekte integrieren.
Welche Aufgaben hattest du in deiner Station konkret übernommen?
Zu meinen Aufgaben gehörten insbesondere die Erstellung von Memos, die Ausarbeitung und Überarbeitung von Verträgen sowie die Beantwortung konkreter Rechtsfragen interner Mandantinnen und Mandanten. Teilweise war ich auch in die Vorbereitung von Präsentationen und internen Schulungen eingebunden.
Wie war dein Arbeitsalltag in der Station strukturiert?
Der Arbeitsalltag war klar strukturiert und teamorientiert. Der Tag begann in der Regel gegen 9 Uhr. Ein Großteil der Abstimmungen erfolgte digital, wobei die persönliche Präsenz im Team geschätzt wurde. Gemeinsame Mittagessen waren üblich, ebenso ein kollegialer Austausch über das Tagesgeschäft hinaus.
Wie waren deine Arbeitszeiten?
Die Arbeitszeiten lagen regelmäßig zwischen 9 und 18 Uhr. Die tatsächliche Arbeitsbelastung hing stark vom eigenen Engagement ab. Wer aktiv zusätzliche Themen übernommen hat, war entsprechend intensiver eingebunden.
Der Arbeitsumfang lag bei vier Tagen pro Woche mit etwa 8–9 Stunden täglich. Die Station gilt als beliebt; eine Bewerbung etwa acht Monate im Voraus ist empfehlenswert, insbesondere um einen Platz in der Kanzleiwohnung zu sichern.
Welche Aspekte sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben?
Besonders positiv war die fachliche Bandbreite der Aufgaben sowie die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Geschäftsbereichen. Die Atmosphäre war professionell und gleichzeitig kollegial. Eigeninitiative wurde ausdrücklich gefördert.
Ein besonderes Merkmal der Anwaltsstation bei POELLATH ist die Möglichkeit, einen Platz in der kanzleieigenen Wohnung für Referendarinnen, Referendare und Praktikantinnen bzw. Praktikanten zu erhalten. Die Unterkunft ist hochwertig ausgestattet und wird einmal wöchentlich gereinigt, was den organisatorischen Aufwand während der Station erheblich reduziert.
Da die Plätze begrenzt sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Bewerbung. Die Wohnung wird häufig von bayerischen Referendarinnen und Referendaren genutzt, die parallel weiterhin Arbeitsgemeinschaften oder Probeexamina in ihren Heimatorten absolvieren. Entsprechend sind viele Mitbewohnende nur unter der Woche vor Ort. Am Wochenende ist es daher meist deutlich ruhiger – ein Umstand, der angesichts eines gemeinsamen Badezimmers durchaus praktisch sein kann.
Was lief aus deiner Sicht nicht optimal?
Teilweise hätte eine noch klarer strukturierte Einbindung von Referendarinnen und Referendaren den Ausbildungscharakter weiter stärken können. Ansätze zur Weiterentwicklung waren jedoch bereits erkennbar.
Mit welchem zeitlichen Vorlauf hast du dich für die Station beworben?
Sechs Monate sind ein sinnvoller Richtwert. Gleichzeitig lohnt es sich, auch kurzfristige Bewerbungen in Betracht zu ziehen, da Stellen regelmäßig über die Website ausgeschrieben werden.
Was kannst du künftigen Rechtsreferendar:innen mit auf den Weg geben?
Ich würde künftigen Referendarinnen und Referendaren empfehlen, von Anfang an Eigeninitiative zu zeigen. Die Station bietet fachlich viel, aber wie intensiv man eingebunden wird, hängt stark vom eigenen Engagement ab. Wer aktiv nachfragt, zusätzliche Themen übernimmt und Interesse an wirtschaftlichen Hintergründen zeigt, profitiert deutlich mehr.
Gerade im Bereich Private Clients ist es hilfreich, ein Grundverständnis für gesellschafts- und steuerrechtliche Zusammenhänge mitzubringen oder sich frühzeitig einzuarbeiten. Die Mandate sind häufig komplex und interdisziplinär angelegt. Wer strukturiert arbeitet, sauber recherchiert und wirtschaftlich mitdenkt, kann hier viel lernen.
Zudem lohnt es sich, die kollegiale Atmosphäre bewusst zu nutzen: Austausch im Team, gemeinsame Mittagessen und informelle Gespräche geben wertvolle Einblicke in die Praxis einer Großkanzlei. Gleichzeitig sollte man die Station auch strategisch betrachten – sowohl im Hinblick auf das eigene Profil als auch auf mögliche berufliche Perspektiven.

