Geschworenengericht Los Angeles, Urteil vom März 2026
Ein US-amerikanisches Geschworenengericht hat Meta und Google zu Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe verurteilt, weil ihre Plattformen Nutzer süchtig machen sollen.
Eine 20-jährige Klägerin, die im Verfahren anonym unter den Initialen KGM auftrat, warf Facebook-Mutterkonzern Meta und der Google-Videoplattform YouTube vor, ihre Dienste absichtlich so gestaltet zu haben, dass Nutzer möglichst lange online bleiben – etwa durch endloses Scrollen. Sie gab an, bereits als Kind Instagram und YouTube genutzt zu haben, und führte Depressionen sowie Angstzustände auf diese Nutzung zurück. Snapchat und TikTok hatten sich zuvor per Vergleich aus dem Verfahren gelöst.
Die Geschworenen in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass beide Unternehmen fahrlässig handelten und Nutzer nicht ausreichend über die Risiken ihrer Dienste informierten. Der Klägerin wurden drei Millionen Dollar Entschädigungsbetrag zugesprochen – zu 70 Prozent von Meta, zu 30 Prozent von YouTube zu tragen. Hinzu kommen drei Millionen Dollar Strafschadensersatz im gleichen Verhältnis. Beide Unternehmen kündigten Berufung an; Google betonte, YouTube falle nicht in die Kategorie sozialer Medien.
Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben: In den USA sind hunderte ähnliche Klagen gegen große Tech-Konzerne anhängig. Bereits einen Tag zuvor war Meta im US-Bundesstaat New Mexico zu einer Zahlung von 375 Millionen Dollar verurteilt worden, weil das Unternehmen nach Ansicht einer dortigen Jury nicht ausreichend zum Schutz junger Nutzer beigetragen hatte.

