Ein Erfahrungsbericht von Maria Quast über Ihr Praktikum bei GÖRG in München
Mein Name ist Maria Quast, ich studiere Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg und habe im Frühjahr 2026 ein sechswöchiges Praktikum bei GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB in München absolviert.
Im Folgenden möchte ich über meine Erfahrungen berichten und Euch zeigen, wie bereichernd ein Praktikum sein kann.
Erster Eindruck und Ankommen bei GÖRG
Wenn man an Großkanzleien denkt, hat man meistens ein ziemlich klares Bild im Kopf. Oft schwingen dabei gewisse Vorurteile mit. Alles wirkt streng, hierarchisch, vielleicht auch ein bisschen distanziert, und als Praktikantin hat man eher das Gefühl, am Rand zu stehen. Umso erfreulicher war es für mich, zu sehen, wie schnell sich dieses Klischee eigentlich aufgelöst hat.
Was GÖRG besonders macht, ist genau das Gegenteil. Die Atmosphäre ist offen, unkompliziert und überraschend familiär. Man fühlt sich schnell wohl und wird von Anfang an eingebunden. Dadurch hat man gar nicht erst das Gefühl, nur „mitzulaufen“.
Auf das Praktikum bin ich über iurastudent.de aufmerksam geworden, eine Plattform, auf der regelmäßig Veranstaltungen und Möglichkeiten im juristischen Bereich geteilt werden. Dort ist mir GÖRG immer wieder durch verschiedene Events aufgefallen. Im Zuge dessen bin ich auch auf das Praktikantenprogramm gestoßen, das mich vor allem durch sein vielseitiges Rahmenprogramm überzeugt hat. Für die Bewerbung war wichtig, dass die Zwischenprüfung bestanden ist und die Leistungen ungefähr im Bereich von neun Punkten liegen.
Ich wollte außerdem schon länger für eine Zeit nach München und habe die Gelegenheit gerne genutzt, die Stadt besser kennenzulernen und dort zu wohnen. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich sehr von der Idee überzeugt bin, später einmal in München zu leben und zu arbeiten.

Unser Arbeitsalltag
Das Praktikum dauerte insgesamt sechs Wochen und war klar strukturiert. Von Montag bis Donnerstag wurde jeweils von 9 bis 18 Uhr gearbeitet. Freitags hatten wir immer frei, sodass wir die Zeit sehr gut nutzen konnten, um etwas zu unternehmen und München besser kennenzulernen.
Das Tolle war außerdem, dass wir eine sehr gemischte Gruppe waren. Von Hamburg über Heidelberg bis Passau war alles vertreten. Dadurch kam man schnell ins Gespräch darüber, wie das Studium in den verschiedenen Städten organisiert ist und was die jeweilige Unistadt so zu bieten hat. Relativ früh haben wir auch schon festgehalten, dass wir nach und nach jede Unistadt einmal abklappern und uns gegenseitig besuchen.
Besonders praktisch war, dass wir auch ein paar echte Locals in der Gruppe hatten, die uns nicht nur die Stadt gezeigt, sondern auch dafür gesorgt haben, dass wir ziemlich schnell wussten, wo es sich in München wirklich lohnt hinzugehen.

Zwei Dezernate, viele Einblicke
Ich war im Bereich Mergers and Acquisitions sowie im Immobilienwirtschaftsrecht eingesetzt. Besonders gut gefallen hat mir, dass man zwei verschiedene Bereiche kennenlernen durfte und dadurch ein viel besseres Gefühl dafür bekommen hat, wie unterschiedlich juristische Arbeit je nach Dezernat aussehen kann.
Die Aufgaben waren vielseitig und nah an der Praxis. Ich habe viel recherchiert, Schriftsätze Korrektur gelesen und mich mit Termsheets beschäftigt. Besonders spannend fand ich es, Verträge auf Englisch zu lesen und sich nach und nach mit den ganzen Begrifflichkeiten vertraut zu machen. Dabei wurde einem bewusst, dass GÖRG auch international agiert und man sich in diesem Umfeld sicher bewegen muss. Mein persönliches Highlight war eine Ausarbeitung, die tatsächlich in einen Schriftsatz übernommen wurde. Das war der Moment, in dem man gemerkt hat, dass einem etwas zugetraut wird und man als Teil des Teams wahrgenommen wird.
Einblicke in die Praxis
Was mir besonders im Kopf geblieben ist, waren die vielen Calls, in die ich eingebunden wurde. Man sitzt dabei, wenn Anwälte standortübergreifend Strategien abstimmen, Mandantengespräche geführt werden und juristische Fragen gemeinsam durchdacht werden. Dabei wird schnell klar, dass juristisches Know-how nur ein Teil der Arbeit ist. Genauso wichtig sind Empathie, Menschenkenntnis und die Fähigkeit, gute Beziehungen zu Mandanten aufzubauen und zu pflegen. Es geht darum, wie man kommuniziert, wie man auf sein Gegenüber eingeht und ob man ein Gespür für die jeweilige Situation entwickelt. Genau diese Aspekte bekommt man im Studium eher selten mit.

Seminare, Moot Court und alles drum herum
Ein fester Bestandteil des Praktikums waren die Seminartage, die inhaltlich genauso wichtig waren wie die Arbeit im Dezernat. Dort haben wir uns mit wirtschaftlichen Grundlagen aus BWL und VWL beschäftigt, einen Legal English Kurs besucht und Einblicke in verschiedene Rechtsgebiete der Kanzlei bekommen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Vortrag von Isabelle von Studystunner, die uns sehr konkrete und hilfreiche Tipps zum Lernen, zu Klausuren und zur Examensvorbereitung mitgegeben hat. Das war eine der Veranstaltungen, bei der man wirklich viel für sich mitnehmen konnte.
Ein weiteres Highlight war der integrierte Moot Court. Am Ende des Praktikums haben wir eine Gerichtsverhandlung simuliert und konnten selbst aktiv werden. Im Anschluss gab es Feedback von einem Anwalt, der aus seiner Praxis berichtet hat, wie solche Situationen tatsächlich ablaufen. Dadurch konnte man vieles, was man im Studium lernt, noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive sehen.
Zwischen Arbeit und Kaffeepausen
Auch abseits der eigentlichen Arbeit gab es viele kleine Dinge, die den Alltag besonders gemacht haben. An den Seminartagen gab es jedes Mal Catering, auf das wir uns immer sehr gefreut haben. Bereits am Vortag wurde schon gerätselt, was es wohl diesmal für leckeres Essen geben würde.
Unsere Kaffeepausen haben sich schnell zu einem festen Ritual entwickelt. Einige aus der Gruppe glänzten mit ihren Barista-Fähigkeiten und haben uns jeden Tag mit beeindruckender Latte Art begeistern können. Sobald jemand vorgeschlagen hat, Kaffee trinken zu gehen, ertönte wie im Chor ein lautes „ja“, und man hat schnell gemerkt, dass ein hoher Kaffeekonsum offenbar fest zum Juristenalltag dazugehört. Die Siebträgermaschine aus dem ersten Stock hat jedenfalls einen besonderen Platz in unserem Herzen eingenommen. Und der Abschied fiel dementsprechend sehr schwer.
Ein fester Bestandteil des Praktikums waren außerdem unsere Stressbälle. Angefangen hat es mit einem einzigen, und innerhalb kürzester Zeit hatte fast jeder welche auf dem Schreibtisch. Spätestens ab Woche drei gehörten sie einfach dazu. Irgendwann wurde der Link für die Stressbälle sogar an eine Partnerin weitergeleitet. Alle waren also schwer begeistert. Und auch zurück in Heidelberg sind sie inzwischen kaum noch aus meinem Alltag wegzudenken.

Unterwegs in München
Ein großer (und besonders spaßiger) Teil des Praktikums spielte sich außerhalb der Kanzlei ab. Wir haben viel zusammen unternommen, waren Keramik bemalen und haben einen Abend in einer Karaoke Bar verbracht, bei dem wir das ein oder andere überraschende Gesangstalent entdeckt haben.
Ein gemeinsamer Ausflug führte uns auf den Viktualienmarkt, wo wir eine Food Tour gemacht haben und verschiedene Münchner Spezialitäten probieren konnten. Die Leberkässemmel durfte dabei natürlich nicht fehlen.
Auch die Lage der Kanzlei selbst war besonders. Direkt am Englischen Garten, mit Blick auf die Eisbachwelle, und dazu eine Dachterrasse, auf der wir viele Mittagspausen verbracht und die Sonne genossen haben.

Ein gelungener Abschluss
Ein besonderes Highlight zum Ende des Praktikums war das gemeinsame Abendessen in einem bayerischen Wirtshaus, bei dem auch viele Anwältinnen, Anwälte und Partner dabei waren. In dieser Runde ist ein Spruch gefallen, der bei uns allen hängen geblieben ist: „Görg life balance“. Und genau die war es schließlich, die dieses Praktikum so besonders gemacht hat.
Umso schöner ist es, dass der Kontakt auch danach bestehen bleibt. Wir freuen uns schon sehr auf den nächsten GÖRG Stammtisch und darauf, uns alle wiederzusehen.

Fazit
Das Praktikum hat mir einen realistischen Einblick in die Arbeit in einer Großkanzlei gegeben und gleichzeitig gezeigt, worauf es im Alltag wirklich ankommt. Neben der juristischen Arbeit spielen Kommunikation, Teamarbeit und der Umgang mit Menschen eine große Rolle. Genau das habe ich in diesen sechs Wochen immer wieder erlebt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, später noch einmal zu GÖRG zurückzukehren, sei es im Referendariat oder darüber hinaus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich ein Praktikum dort wirklich jedem empfehlen kann, der sich selbst davon überzeugen möchte, dass man sich in einer Großkanzlei richtig wohlfühlen kann. Also nutzt die Gelegenheit!


