Wahlstation bei Buse in Australien (5,0 Sterne)

Wahlstation bei Buse in Australien (5,0 Sterne) Law School Germany

Hinweis: Der folgende Erfahrungsbericht basiert auf persönlichen Erfahrungen und spiegelt individuelle Eindrücke aus dieser Zeit wider.

Sydney statt Sitzungszimmer in Deutschland: Die Anwaltsstation bei der Wirtschaftskanzlei Buse hat gezeigt, wie international und praxisnah das Referendariat sein kann. Die Mitarbeit in den Bereichen Commercial Law, Constitutional Law und Family Law ermöglichte einen direkten Einblick in reale Mandate und machte deutlich, wie juristische Methodik in einem anderen Rechtssystem angewendet wird. Der Arbeitsalltag war geprägt von eigenständiger Recherche, der Analyse komplexer rechtlicher Fragestellungen und der engen Zusammenarbeit mit den Anwält:innen vor Ort. Besonders prägend waren die flachen Hierarchien, der offene Austausch und die direkte Integration in das Team, wodurch nicht nur fachliche Kompetenzen gestärkt, sondern auch ein realistisches Verständnis für die anwaltliche Praxis in einem internationalen Umfeld entwickelt wurde.

Überblick:

  • Die Station bei Buse in Sydney fand vollständig in Präsenz statt und ermöglichte einen direkten Einblick in den anwaltlichen Arbeitsalltag in einem internationalen Umfeld. Durch die Mitarbeit in den Bereichen Commercial Law, Constitutional Law und Family Law konnten praktische juristische Fähigkeiten in realen Mandatskontexten entwickelt werden.
  • Die tägliche Arbeit im Büro umfasste eigenständige juristische Recherche, die Analyse rechtlicher Fragestellungen sowie die enge Abstimmung mit den Anwält:innen. Die Präsenz vor Ort förderte ein tieferes Verständnis für Arbeitsprozesse, Mandatsstruktur und anwaltliche Entscheidungsabläufe.

  • Besonders hervorzuheben sind die flachen Hierarchien, die offene Zusammenarbeit und die direkte Integration in das Team. Die Präsenzarbeit ermöglichte einen intensiven fachlichen Austausch und machte die Station sowohl fachlich als auch persönlich besonders wertvoll.
  • Bewertung: 5 Sterne


Bei welchen Unternehmen/Institution und in welcher Stadt war die Station?

Die Station absolvierte ich bei der Wirtschaftskanzlei Buse in Sydney, Australien.

 

Wann hast du die Station absolviert?

2025

 

Mit welchem zeitlichen Vorlauf hast du dich für die Station beworben?

Ich habe mich im Sommer 2024 für die Station beworben, die im Januar 2026 begonnen hat. Der zeitliche Vorlauf betrug damit etwa eineinhalb Jahre. Dieser frühe Bewerbungszeitpunkt war sinnvoll, da insbesondere international ausgerichtete Kanzleien und begehrte Stationen ihre Plätze langfristig planen und frühzeitig vergeben.

 

Wie bist du auf die Station aufmerksam geworden?

Ich bin eigenständig auf die Station aufmerksam geworden, indem ich gezielt nach geeigneten Kanzleien recherchiert habe. Dabei habe ich insbesondere deren fachliche Ausrichtung, internationale Tätigkeit sowie die angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten berücksichtigt. Auf Grundlage dieser Recherche habe ich mich anschließend direkt bei der Kanzlei beworben.

 

Welche konkreten Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche umfasst diese Station?

Die Station umfasste in erster Linie die praktische Auseinandersetzung mit einer fremden Rechtsordnung sowie die Einbindung in die tägliche juristische Arbeit innerhalb eines international geprägten Umfelds. Ein zentraler Schwerpunkt lag darauf, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen Recht und der ausländischen Rechtsordnung zu verstehen und diese in konkreten Fällen anzuwenden. Dazu gehörte insbesondere die Analyse rechtlicher Fragestellungen unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen gesetzlichen Grundlagen, Rechtsprechung und juristischen Methodik.

 

In welcher konkreten Abteilung warst du eingesetzt?

Ich war in den Bereichen Commercial Law, Constitutional Law und Family Law eingesetzt. Dadurch erhielt ich Einblicke in unterschiedliche Rechtsgebiete und konnte an vielfältigen juristischen Fragestellungen aus dem wirtschaftsrechtlichen, verfassungsrechtlichen und familienrechtlichen Bereich mitarbeiten. Die Tätigkeit umfasste insbesondere juristische Recherchen, die Analyse rechtlicher Sachverhalte sowie die Unterstützung bei der Vorbereitung rechtlicher Bewertungen.

 

Welche Aufgaben hattest du in deiner Station konkret übernommen?

Im Rahmen der Station übernahm ich vielfältige praktische und juristische Aufgaben, die einen unmittelbaren Einblick in die anwaltliche und wirtschaftsrechtliche Tätigkeit vermittelten. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im Bereich des Gesellschaftsrechts. Hier war ich insbesondere mit der Vorbereitung und Begleitung gesellschaftsrechtlicher Vorgänge befasst, etwa der Analyse gesellschaftsvertraglicher Regelungen, der Recherche zu Fragen der Organhaftung, der Strukturierung von Unternehmensbeteiligungen sowie der Vorbereitung von Mandantenunterlagen im Zusammenhang mit gesellschaftsrechtlichen Transaktionen und internen Umstrukturierungen. 

 

Wie waren deine Arbeitszeiten?

Der Arbeitstag begann in der Regel um 09:00 Uhr im Büro und endete meist am frühen Abend, häufig gegen 19:00 Uhr, wobei die genaue Dauer von der jeweiligen Arbeitsbelastung und den aktuellen Mandaten abhing. Die Arbeitszeit war insgesamt flexibel gestaltet und orientierte sich maßgeblich an den laufenden Projekten sowie den konkreten Anforderungen des Tagesgeschäfts.

 

Wie war dein Arbeitsalltag in der Station strukturiert?

Der Vormittag war überwiegend durch juristische Recherche, die Bearbeitung konkreter Fragestellungen sowie die Vorbereitung von Entwürfen und Stellungnahmen geprägt. Dabei arbeitete ich eigenständig an zugewiesenen Aufgaben und stimmte mich regelmäßig mit den verantwortlichen Anwältinnen und Anwälten ab. Der Nachmittag umfasste häufig die Fortführung dieser Tätigkeiten sowie interne Besprechungen, in denen rechtliche Fragen diskutiert, Arbeitsergebnisse besprochen und das weitere Vorgehen abgestimmt wurden. 

 

Welche Aspekte sind dir besonders positiv in Erinnerung geblieben?

Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist der ausgeprägte Teamspirit innerhalb der Kanzlei. Die Zusammenarbeit war von Offenheit, gegenseitiger Unterstützung und einem kollegialen Umgang geprägt, wodurch eine sehr angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre entstand. Fragen konnten jederzeit gestellt werden, und es bestand eine hohe Bereitschaft, fachliche Inhalte zu erklären und Einblicke in die praktische Arbeit zu gewähren.

Zudem fiel die flache Hierarchiestruktur positiv auf. Unabhängig von der jeweiligen Position erfolgte die Zusammenarbeit auf Augenhöhe, wodurch ein direkter fachlicher Austausch möglich war und man sich von Beginn an als vollwertiger Teil des Teams fühlte. Dies erleichterte nicht nur die Integration in den Arbeitsalltag, sondern förderte auch die eigenständige Mitarbeit und persönliche Weiterentwicklung.

Ein weiterer prägender Aspekt war die abwechslungsreiche Gestaltung der Tätigkeit. Die Aufgaben umfassten unterschiedliche Rechtsgebiete und Tätigkeitsbereiche, wodurch ein breiter Einblick in die praktische juristische Arbeit ermöglicht wurde. Diese Vielfalt trug maßgeblich dazu bei, ein umfassendes Verständnis der anwaltlichen Tätigkeit zu entwickeln und die Station als besonders lehrreich und motivierend zu erleben.

Die Arbeitsatmosphäre war professionell und zugleich offen für fachlichen Austausch, wodurch jederzeit die Möglichkeit bestand, Fragen zu klären und vertiefende Einblicke in die praktische juristische Arbeit zu erhalten. Insgesamt entsprach der zeitliche Rahmen dem typischen Arbeitsalltag in einer wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Kanzlei und vermittelte ein realistisches Bild der beruflichen Anforderungen und Abläufe.

 

Was lief aus deiner Sicht nicht optimal?

 Aus meiner Sicht war das Ende der Arbeitszeit teilweise nicht klar definiert. Zwar war der Arbeitsbeginn strukturiert, jedoch hing das tatsächliche Arbeitsende stark von der jeweiligen Auslastung und den laufenden Aufgaben ab. Dadurch war es nicht immer möglich, den Arbeitstag im Voraus verlässlich zu planen.

Diese Flexibilität entsprach zwar den Anforderungen der anwaltlichen Praxis, führte jedoch gelegentlich zu einer gewissen Unsicherheit in der zeitlichen Organisation des Tages. Insgesamt überwogen dennoch die positiven Erfahrungen während der Station deutlich.


Was kannst du künftigen Rechtsreferendar:innen mit auf den Weg geben?

Künftigen Rechtsreferendar:innen kann ich insbesondere empfehlen, die Station aktiv und eigeninitiativ zu gestalten. Es ist entscheidend, frühzeitig Interesse zu zeigen, Fragen zu stellen und sich auch komplexeren Aufgaben zu stellen. Der praktische Lerneffekt ist am größten, wenn man sich nicht auf zugewiesene Tätigkeiten beschränkt, sondern bewusst versucht, die dahinterstehenden rechtlichen und strategischen Zusammenhänge zu verstehen.

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