Die Wahlstation ist die freieste Phase des Referendariats. Kein vorgeschriebener Ausbildungsplan, kein festes Rotationsprinzip – stattdessen die Möglichkeit, genau das zu tun, was den eigenen Berufseinstieg am meisten befördert. Wer diese Station strategisch nutzt, verschafft sich einen echten Vorteil.
Was ist die Wahlstation und wie lange dauert sie?
Die Wahlstation ist in der Regel die letzte oder vorletzte Station des Referendariats und dauert je nach Bundesland zwischen zwei und drei Monaten. Sie kann bei nahezu jeder geeigneten juristischen Einrichtung absolviert werden: Kanzleien, Unternehmen, Verbänden, internationalen Organisationen, Behörden oder sogar im Ausland. Die einzige Voraussetzung ist in der Regel die Genehmigung durch das Landesjustizamt und ein Nachweis darüber, dass die Tätigkeit eine juristische Ausbildung sicherstellt.
Wie wählt man die richtige Wahlstation?
Die Wahlstation sollte konsequent auf das Karriereziel ausgerichtet sein. Wer in eine Großkanzlei möchte, nutzt die Wahlstation idealerweise in einer anderen Kanzlei des Wunschprofils oder im Ausland, um internationale Erfahrung zu sammeln. Wer in den Staatsdienst strebt, wählt eine Behörde oder ein Ministerium. Wer in eine Unternehmensrechtsabteilung will, verbringt die Wahlstation in einem Unternehmen – möglichst in dem, in dem man später arbeiten möchte.
Besonders beliebt sind Auslandswahlstationen: bei internationalen Kanzleien, bei der EU-Kommission, beim Europäischen Gerichtshof oder in einer Botschaft. Diese Stationen sind kompetitiv und vergeben ihre Plätze frühzeitig. Wer eine Auslandswahlstation plant, sollte sich mindestens ein Jahr im Voraus bewerben.
Was sollte man aus der Wahlstation herausholen?
Neben der beruflichen Profilbildung ist die Wahlstation die letzte echte Gelegenheit vor dem Examen, sich in einem bestimmten Rechtsgebiet zu vertiefen. Wer während der Wahlstation an Fallen, Gutachten oder Transaktionen arbeitet, die später im Examen als Rechtsgebiete auftauchen, hat einen praktischen Bezug, der im Prüfungsgespräch überzeugt. Gleichzeitig sollte die Wahlstation nicht auf Kosten der Examensvorbereitung gehen – die letzten Wochen vor dem schriftlichen Examen brauchen Kapazität für intensive Vorbereitung.

